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Vorwort
Das Jagdhornblasen hat in den
vergangenen 40 Jahren einen sehr erfreulichen Aufschwung erlebt. Überall
arbeiten Bläsergruppen mit dem Klang ihrer Hörner unter großem Einsatz
an der Pflege jagdlichen Brauchtums und liefern so einen wichtigen Beitrag
zur Öffentlichkeitsarbeit der Landesjagdverbände. Auch die Qualität des
Vortrags ist in der Vergangenheit kontinuierlich gestiegen. Auf
Wettbewerben drängt eine immer größere Zahl guter Bläsergruppen in die
höheren Bewertungsränge. Bei anspruchsvollen Jagdmusikkonzerten hört
man nicht selten mehrere hundert Jagdhörner gemeinsam blasen - ein
beeindruckendes Erlebnis für Bläser und Zuhörer.
Die Literatur für Gemischte
Bläsergruppen hat mit dieser Entwicklung nicht Schritt gehalten. Die
Großmeister der deutschen Jagdmusik haben ihre Klassiker vor mehr als
zwanzig Jahren geschrieben. Seitdem blieb die Hitliste der Jagdhorn-Noten
nahezu unverändert, obwohl einige gute Kompositionen unveröffentlicht in
den Notenmappen verschiedener Bläsergruppen schlummern. Immer mehr
engagierte Jagdhornbläser hängen darum das Jagdgebrauchshorn an den
Nagel und suchen mit dem Es-Horn nach neuen musikalischen
Herausforderungen.
Das Parforce-Horn in Es verdient als
historisches Instrument aus Traditionsgründen unsere aufmerksame Pflege.
Als Naturhorn ohne Ventile geblasen, kann es im Repertoire einer
Bläsergruppe wichtige Akzente setzen. Wenn eine Bläsergruppe allerdings
das Pless-Horn zugunsten der 'konzertanten Jagdmusik' ganz aus dem
Programm nimmt, verliert sie den Bezug zur aktuellen jagdlichen Praxis und
erweist der Pflege jagdlichen Brauchtums damit sicher einen Bärendienst.
Die Sammlung Erdinger
Jagdhorn-Noten zeigt, daß Jagdhornbläsergruppen auch auf Signalhörnern
konzertant musizieren können, wenn sie die Möglichkeiten dieser
Instrumente mit anspruchsvollen Vortragsstücken ausschöpfen. Wie schon
im ersten Heft dieser Reihe, wird auch in der vorliegenden Ausgabe das
Parforce-Horn dem Fürst-Pless-Horn als Melodie-Instrument gleichwertig
gegenübergestellt und nicht mehr als bloßer Harmonielieferant
vernachlässigt. Bei guter Kondition können die Parforce-Hörner über
einige Takte hoch geblasen werden und besonders reizvoll in die
Melodieführung der Pless-Hörner eingreifen. Der kombinierte Tonumfang
beider Hörner erschließt damit musikalische Möglichkeiten, die bislang
von Gemischten Bläsergruppen wenig genutzt wurden.
Die Bläsergruppe Erding
wünscht allen Jagdhornbläsern viel Freude bei der anspruchsvollen
Aufgabe, die Domäne der 'konzertanten Jagdmusik' mit Fürst-Pless- und
Parforce-Hörnern in B zu erobern! Dazu mögen die Erdinger Jagdhorn-Noten
eine wertvolle Hilfe sein.
Erding, im Januar 1999
Dr. Michael Welsch
Leiter der Jagdhornbläsergruppe
im Kreisjagdverband Erding e.V.
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